The Decay Parlour: Tattoos aus Schwesternhand
Alle Fotos: Liudmila Savelieva
Als wir das schnuckelige Ladenlokal in der Rykestraße 35 in Prenzlauer Berg betreten, werden wir sogleich herzlich begrüßt. Im altmodisch-eleganten Ambiente bekommen wir von Rebecca Brodsky einen Kaffee gereicht.
Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Myra hat sie vor kurzem The Decay Parlour eröffnet, ein Tattoo Studio. Wir plaudern. Wie Myra vom Grafik Design zum Tätowieren kam, wie sie ihrer Familie klarmachte, dass das zukünftig ihr Leben sein werde, über die harten Lehrjahre in anderen Läden und weshalb Rebecca schliesslich vorschlug einfach selbst einen Shop zu eröffnen. Dann erklärt Rebecca noch, dass sie ihrer Schwester früher schon oft als Übungsfläche dienen musste, zeigt offenherzig alte Werke von Myra und betont, es täte ihr besonders weh, wenn ihre Zwillingsschwester sie bearbeite. Liegt sicher an der besonderen Verbindung. Denn als ich mich später unter ihre Nadel lege, merke ich davon rein gar nichts. Selten bin ich mit so viel Sorgfalt und Einfühlungsvermögen tätowiert worden wie an diesem Tag…
Neben Myra gibt es noch zwei weitere feste Tätowierer bei The Decay Parlour, Sanne Vaghi, die einen moderneren eklektischen Style hat und Philipp, der gerne alte Seemannsmotive neu interpretiert und außerdem ein Meister der feinen Linienführung ist.
Modernes von Phillip
Blumiges von Sanne
Myra ist auf den New Traditional Style spezialisiert, der Name erklärt sich von selbst, sie liebt traditionelle symbolbeladene klassische Tattoo-Motive und interpretiert diese neu und modern. Auch das Studio ist bewusst eingerichtet wie eine elegante bürgerliche Wohnung um die Jahrhundertwende, inklusive elegant gemusterter Tapeten, dunkler Stilmöbel und ausgestopfter Tiere. Trotzdem ist die Technik natürlich auf dem neuesten Stand und die Hygienebedingungen sind spitzenklasse. Fast vergesse ich, dass ich gleich Schmerzen leiden werde…
Das Team (von links): Sanne, Myra, Rebecca, Philipp
Es geht los. Myra hat ein tolles Motiv entworfen, das meine Liebe zum Kochen symbolisieren soll: Ein Kochlöffel mit einer Tomate und einer Zwiebel. Ein bisschen wie die Drucke, die früher bei der Großmutter in der Küche hingen, New Traditional halt
Ich atme noch mal tief durch und es geht los. Wir plaudern zwischendrin, ich fühle mich sofort wohl bei den tollen Schwestern, die es tatsächlich schaffen eine sehr familiäre Atmosphäre zu erzeugen.
Zweieinhalb Stunden später (mit Pause) bin ich in Besitz einer fantastischen neuen kunterbunten Tätowierung, erschöpft aber glücklich. Ich bin vollends überzeugt von Myras Talent und werde sicher wieder kommen, ein paar Flecken sind noch frei.
Foto: Myra Brodsky
Wenn ihr also Lust auf ein permanentes Hautbild habt, checkt mal die Facebook-Seite oder schaut einfach vorbei in der Rykestraße 35. Die Mädels beißen nicht (im Gegenteil) und stehen auch Tattoo-Neulingen und Kunden, die nur was Kleines wollen, gerne hilfsbereit zur Beratung bereit. In Zukunft wird es auch regelmäßig Guest Spots mit anderen Tätowierern geben, so dass sich mit Sicherheit sagen lässt:
Es ist für jeden Geschmack etwas dabei, Wohl bekomms!















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