Geo(ab)bilder unserer Welt

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Na, seht Ihr die Karte? Nun, es ist längst nichts gänzlich Neues mehr, aber trotzdem mal interessant, sich mit diesem Phänomen zu beschäftigen: Der image sharing service Flickr kam irgendwann auf die grandiose Idee, dass User Ihre Fotos mit den Orten verlinken können, an denen sie diese aufgenommen haben. Oder waren auch hier in Wahrheit wieder einmal die ohnehin die Weltherrschaft-an-sich-reißen-wollenden, fiesen Smarties von Google die Ersten? Zugegeben, ich weiß es nicht. Im Netzjargon gemeinhin alsgeotagging, geoimaging oder geocoding bezeichnet, entstammt das Verfahren ursprünglich dem Vorgang der Georeferenzierung. Hinter diesem Begriff wiederum verbirgt sich im Grunde nichts anderes, als dass man einen Datensatz erstellt, dessen Informationen raumbezogener Natur sind. Richtig, Koordinaten sind gemeint. Und das ist nicht nur was für Wissenschaftler oder Experten irgendeiner Art – alle können wir mitmachen – und tun es längst voller Eifer und (wie sollte es im Web in seiner derzeitigen Form auch anders sein) völlig entgeldfrei.

Allein bei Flickr laden rund um den Globus ca. 40 Millionen User um die 5000 Fotos pro Minute auf die Server der Durchblätter-Community und haben nicht nur die Möglichkeit ihre Bilder mit kategorischen Tags zu versehen, sondern diese außerdem ihrem Entstehungsort mit einem Tag zuzuordnen. Was einst wohl nur für Raum-, Umwelt- und Verkehrsplanung interessant bzw. überhaupt zu einem gewissen Grade möglich war, haben durch das Web 2.0 die Massen für sich entdeckt. Erleichtert wird geotagging bereits in der ersten Instanz, im Inneren dieses fabelhaften, bildgenerierenden Instruments namens Kamera. Denn längst sind bereits viele der neuen Modelle der Marktführer Canon, Nikon, Fuji und Co. dazu in der Lage, bereits bei der Aufnahme eines Bildes seine Verortung in den Metadatensatz des Digitalfotos einzubetten.

Aber noch einmal zurück zum Web: Auch die Wikimedia Foundation scheint von der Idee begeistert, Informationen (in ihrer Summe = Weltwissen) nicht mehr länger nur schriftlich festzuhalten. Na klar, auch heute kann man sich mit einem gewissen Aufwand beispielsweise Fotografien von Bauwerken aus einer bestimmten Region heraussuchen, um sich so ein Bild von der lokalen Architektur zu machen. Und da der Mensch stets nach Rationalisierung, sprich Vereinfachung strebt, ist es nur logisch, dass Wikipedia auch solche Arbeitsprozesse mit seinen enzyklopädischen Mitteln praktikabler gestalten will. Was auch sonst? Ist die Zukunft dann ein Visuelles Lexikon (Media with location | WikiMiniAtlas | Commons: Geocoding)?! Ein virtuelles Abbild der realen Welt; Second Life meets The Real World (plus noch… etwas, was die Mischpoke gehaltvoll macht) und heraus kommt eben Life: Depicted in our Second Real World. Zunächst einmal in Form von Standbildern (Fotos also), dann mit Videos und irgendwann mit Live-Streaming von in real-time übertragenen Satellitenvideos… Ist das jetzt geil oder gruselig?! -Ich fürchte eher letzteres (und widersprüchlicher Weise bin ich trotzdem irgendwie ein Fan dieses Geotagging-Dings..)

Nun, vielleicht ja auch alles Nonsense und Papperlapapp – aber man darf ja mal ein wenig herumspinnen. Fakt ist, dass mit dieser Technologie bereits heute so einiges möglich ist. Und wer weiß, vielleicht erleben wir ja genau dadurch noch eines Tages unser blaues Wunder-

text by Eugen Braeunig

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