Warum sich stechen lassen?

Regelmäßig komme ich auf der Kastanienallee an dem Piercing und Tattoo Studio Loxodrom vorbei und immer wieder kommt es dabei auch vor, dass ich, als nahezu gänzlich Ungestochener (abgesehen von einem Ohrloch, welches jedoch kaum frequentiert wird), mich frage, was Menschen dazu bewegt, temporäre Wünsche, Ideen und was weiß ich nicht alles auf ihrer Haut abzubilden. Aber schlussendlich komme ich doch immer wieder an dem Punkt heraus, dass ich es mutig und oft sehr schön und wenn nicht dann zumindest auf faszinierende Weise eigen und besonders finde (ok, ich geb’s ja zu, einige Ausnahmen sind dann doch einfach nur saupeinlich..).

Letztendlich wird da sicher auch jeder Einzelne andere Beweggründe hegen (es ist daher in meinen Augen auch irreführend von so etwas wie Körperkult zu sprechen, da der Kult sich ja vielmehr auf andere Dinge bezieht). Vielleicht haben bestimmte Symbole und Bilder für manch einen sogar annähernd religiöse, heilige, einfach auf unaussprechliche Weise außergewöhnliche Bedeutung. Das finde ich insofern interessant, als dass es mir selbst fast unmöglich erscheinen würde, in der Bilderflut meiner Gedanken die Wenigen oder sogar das Eine auszumachen und somit für mich und eine ausgewählte Stelle meines Körpers zu erwählen. So kommt es also auch, dass Orte wie das Loxodrom eine wechselhafte Anziehungskraft auf Menschen wie mich ausüben. Gut, dass es sie gibt. Ja. Und… vielleicht ist es auch einfach nur das, was ich die ganze Zeit über sagen wollte.

Pictures & Text by Eugen Braeunig

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