Lieblingsorte | Arkonaplatz

Sonntagsstimmung. Ein Rauschen liegt in der Luft. Sonnenstrahlen brechen durch die Bäume. Bei jedem Schritt rascheln die Blätter. Leergefegt sind die Straßen und nahezu menschenleer auch – der Arkonaplatz nahe dem Weinbergswerg und der Zionskirche.

So oder zumindest ähnlich könnte doch auch so ein Roman beginnen in dem sich bislang noch nicht absehbare Ereignisse um einen schier unauffälligen Ort entfalten werden. Und wer weiß, vielleicht ist dem ja auch in Wirklichkeit so. Wer kann schon sagen, wie viele Geschichten an solchen Orten tatsächlich zusammenlaufen. Oder wie vieles sich letzten Endes doch nur in den Köpfen der Menschen zusammenreimt. Wenigstens erschien mir dieses grüne Fleckchen Berliner Erde auch schon so, noch bevor ich in die Gegend zog.

Ein Lieblingsort ist der Arkonaplatz daher schon seit Langem. Da besteht kein Zweifel; obwohl ich gar nicht so recht begründen kann, wie und woher das kommt. Außer dem Flohmarkt an den Sonntagen, dem Spielplatz und Cafés wie dem Weltempfänger gibt es hier nichts außergewöhnliches. Vielleicht ist es ganz einfach dieses Luftanhalten der Stadt, was man nur an solchen Orten mal kurz verspüren kann; bevor Berlin dann auch schnell wieder seinem eiligen Treiben folgt. Denn schon zwei Sträßchen weiter rechnet kein Mensch mit dieser Anonymität, dieser eleganten aber eben auch angenehm entspannten: Ruhe.

Ich schätze das sehr, denn… solche Dinge ändern sich. Wer den Helmholtz- und auch den Kollwitzplatz seit Längerem kennt, weiß, was ich meine. Gerade hier wo Mitte und Prenzlauer Berg ineinander über gehen ist vieles im Umbruch – und das auch nicht erst seit gestern. Ich verstehe dahingehend die Sorgen und die Enttäuschung mancher. Nicht verstehen jedoch kann ich, dass man seinem Lebensort deshalb den Rücken kehrt. Diese Mentalität des “immer weiter Ziehens”: Steht die nicht im gänzlichen Widerspruch zu Kiezleben und dem damit verbundenen Lokalpatriotismus von dem – gerade im Zusammenhang mit Berlin – immer alle sprechen?! Die einstig Hiesigen sind jetzt in Kreuzberg, morgen in Neukölln und übermorgen.. wo denn dann? Wo endet das, wenn sich die Szene immer weiter verscheuchen lässt, nur vereinzelt etwas Widerstand leistet. Immerhin: Ich bin der Meinung, dass hier noch was geht. Frei nach dem Motto “Totgesagte leben länger” glaube ich daran, dass in Mitte und auf dem Prenzlauer Berg weiterhin Kunst und (Sub)Kultur, Musik, Nachtleben, junge Menschen mit unterschiedlichsten Ideen und was weiß ich nicht alles ihren jeweiligen Platz beibehalten können. Wir müssen nur wollen. Ach so, Arkona ist übrigens eine russische Folk und Pagan-Metal Band.


Text & Photos by Eugen Braeunig


Anzeige
Exklusiv bei Vodafone - Das Blackberry Storm Allnet Flat
 

Otto

YouTube Preview Image

Die Berghain Kantine heißt heute ab 23:00 Otto. Die neue kleine Clubserie im Vereinshaus vom besten Club der Welt verschreibt sich der Electronicbasscoutur. Checkitout!


Anzeige
Exklusiv bei Vodafone - Das Blackberry Storm Allnet Flat
 

Nur Fliegen sind schöner

YouTube Preview Image

Diese Idee ist genial und krank zur gleichen Zeit. Auf der Frankfurter Buchmesse hat der Eichborn Verlag das Fliegen-D-Banner erfunden. Der Verlag mit dem Insekt im Erscheinungsbild tütelte kleine Papierstreifen an die Kot-Gourmets und liess sie fliegen. Keiner Fliege wurde etwas zu Leide getan, aber wenn Fliegen Muskelkater haben können, dann spätestens ab dort. Erinnert an die Lila Kuh von Milka und die Werbesparte Assvertsing. Wer ruft PETA an?


Anzeige
Exklusiv bei Vodafone - Das Blackberry Storm Allnet Flat
 

Lieblingsorte | Dussmann

Selbst CDmäßig findet man hier weitaus mehr als beispielsweise im lahmen mediamarktschen Popirrgarten von vorvorgestern. Dussmann ist in jeder Hinsicht gut aufgestellt, gut sortiert, immer freundlich und nett die Mitarbeiter; oder zumindest hab ich in all den Jahren nie gegenteilige Erfahrungen hier gemacht. Stattdessen erinnere ich mich an zahlreiche Wochenenden in der Lyrikabteilung, schmachtende Blicke auf die Warenauslage im Musikbereich. Da finden sich eben auch Sachen von The Arcade Fire, Zoot Woman, Radiohead,… Von den Büchern ganz zu schweigen. Auf, ich glaube, vier Etagen findet sich im Kulturkaufhaus an der Friedrichstraße wirklich alles, was das Herz begehrt.

Man muss vielleicht einen Riecher dafür entwickeln, wann es hier nicht ganz so voll und dadurch dann auch letztendlich hektisch ist. Andererseits darf man sich da auch nicht gleich vom Eingangsbereich abschrecken lassen. Es gibt drinnen in so mancher Ecke gemütliche Plätzchen. Ich habe Patrick Süskinds Der Kontrabass vollständig hier gelesen. Besonders schön: Die Hörbuch- und Klassikabteilung, die für Kinderbücher, dann wie gesagt Lyrik und Klassiker und bei dieser stets und ständig vorhandenen Wahnsinnsvielzahl an Neuheiten findet sich auch mit Leichtigkeit neuer Lesestoff.. Gut für das Gemüt, für den Geist, für den Intellekt wohl auch, nehme ich mal an. Nur mein Geldbeutel freut sich manchmal eher weniger, wenn der Bücherstapel neben dem Bett zu Hause zu schnell wächst. Und auch mein Bücherregal platzt so langsam aus allen Nähten.

Naja, sei’s drum. Dussmann ist eben ein Lieblingsort und wird es immer bleiben. Mit irgendwem hab ich irgendwann mal darüber gesprochen, dass es eigentlich auch ein toller, ungewöhnlicher Ort für ein Date wäre. Man würde viel interessantes übereinander erfahren und an Gesprächsstoff würde es bestimmt auch nicht mangeln-

Text & Photos by Eugen Braeunig


Anzeige
Exklusiv bei Vodafone - Das Blackberry Storm Allnet Flat
 

Der W-Naschbär

YouTube Preview Image

Wäre mal Zeit für eine Namensänderung, oder hat man jemals einen Racoon etwas abwaschen sehen?

Via Dumpgallery


Anzeige
Exklusiv bei Vodafone - Das Blackberry Storm Allnet Flat
 

Ro-Ro-Rock the Body

YouTube Preview Image

Peque ist ein BDVJ – ein Body-Disc-Visual-Jockey. Also quasi sein eigener Club, denn er kann mit seinen Bewegungen auflegen, die Visuals kontrollieren und tanzen. Einige Fotos auf seinem MySpcae Account lassen vermuten, dass er auch noch sein eigener Bouncer ist, und dann kommt die Frage auf, ob er dann im Backstage auch sein eigenes Bändchen kontrolliert? Abgesehen von seiner etwas unglücklichen Selbstinszenierung hat der Spanier da aber ein sehr cooles MIDI System am Start.


Anzeige
Exklusiv bei Vodafone - Das Blackberry Storm Allnet Flat
 

Lieblingsorte | Astra

Ein Mode-Rat

Ich würde dieses Poster echt zu gerne klauen. Aber es ist immer so festgekleistert, dass es einfach keinen Sinn hat, es überhaupt zu versuchen. Das Moderat, die grandiose Mischung aus Apparat und Modeselektor, im November im Astra Kulturhaus spielen, zeugt auch davon, wie gut diese Location schon vom Booking ist. Wer das mal mit verfolgt hat, der dürfte so langsam überzeugt sein, dass der Name Astra inzwischen nicht mehr nur für eine Biersorte, sondern in erster Linie auch für gute Musik steht!

In der Revaler Straße 99 stieg nicht nur die levi’s Unbuttoned Party, sondern auch schon Erlend Øyes Whitest Boy Alive ist hier schon in der kurzen Zeit, die das Astra jetzt erst besteht, aufgetreten.Was die nächste Zeit angeht: Die Konzerte für Kettcar und 30 Seconds to Mars sind – leider Gottes – beideschon ausverkauft. Jetzt im November kann man allerdings für Yo La Tengo sowie die Damen Tegan and Sara und die bereits erwähnten Herren von Moderat noch Karten erwerben. Mit The Notwist darf das Jahr dann so langsam ausklingen. Aber so weit ist es ja noch nicht. Wir sehen uns dann in der ersten Reihe!

Text & Photo by Eugen Braeunig


Anzeige
Exklusiv bei Vodafone - Das Blackberry Storm Allnet Flat
 

Berlin googeln.

Da bekommt man ein Kärtchen, daneben sechs kleine Bilder (Bundestag, Fernsehturm, Brandenburger Tor, …). Anschließend berlin.de, das offizielle Stadtportal der Haupstadt, ein Wikipediaeintrag, aus dem u.a. hervorgeht, dass die 12 Bezirke der Stadt einen besonders niederschlagsreichen Sommer und einen windigeren Winter als andere Städte haben.

Dann geht es weiter: Toursitenzentrale, Flughäfen, weitere Infos, Berlinale, BVG, Freie Universität, … Und schon ist man am Ende der ersten Suchseite, wo man wiederum verleitet ist, zu den YouTube-Ergebnissen für Berlin bzw. der Bildsuche zu wechseln. Bei letzterer findet man Knut schon auf Seite 2, auf Seite 4 den Abtransport einer Anti-Scientology-Litfasssäule, was ziemlich schönes hab ich HIER auf Seite 10 noch gefunden und ein We Love Berlin t-shirt hat mich dann schließlich auf den Blog von Les Mads geführt. Auf Seite 17 gab es dann nur noch das Logo des Fußballvereins BFC Alemannia-Wacker bzw. eine Schweizer Flagge, eine Currywurst von oben, CDU Wahlplakate und dergleichen… P.S.: Die Liste kann von hier an ja selbst weiter ergänzt werden. …Schon lustig, wie der Spiegel der Welt, das uns schon so selbstverständlich gewordene Internet, manchmal die Dinge ausdrückt, wiedergibt, neu verknüpft, schier ins Absurde führt und dann wiederum genau auf den Punkt trifft.

Auch noch schön: Direkt die Blogsuche zu verwenden bzw. sich einfach mal aus seiner eingefleischten Faulheit herauszuhieven und eine andere Suchmaschine zu verwenden. Im echten Leben liest man ja auch nicht immer nur die selbe Zeitung! Zumindest nach den Titelseiten der anderen schaut man ja schon hin und wieder mal.

Text by Eugen Braeunig


Anzeige
Exklusiv bei Vodafone - Das Blackberry Storm Allnet Flat
 

Badbatman

YouTube Preview Image

Dieser schöne POneman-Flashmob ist wohl ein John Cleese Zitat von dem Meister der Debilität Remi Gaillard, bekannt für seinen Reallife Mario Kart Stunt. Apropos Performance: Da gibt es Leute da draussen, die performen nach dem Motto “Alles raus, was keine Miete zahlt”.z.B Beardbirdandprayers mit seinem aus unerklärter Agonie geborenen Untitled Shaman Dance #1, oder der 360° übersexte, und gleichzeitig doch seltsam talentierte Tonetta777. (NGFAM – Nicht geeignet für auf Maloche!).


Anzeige
Exklusiv bei Vodafone - Das Blackberry Storm Allnet Flat
 

Lieblingsorte | Zur Rose

Mit den Lieblingsorten soll es in der kommenden Zeit in ungewöhnliche Straßen, einzigartige Geschäfte und Cafés sowie an irgendwie besondere Plätze gehen. Los geht es mit der Rose. Zur Rose heißt es ja eigentlich, um ganz genau zu sein.

Zwischen Gorki und U-Bahnhof Rosenthaler Platz findet man es. Schmaler Eingang, drinnen ein Tresen, dann geht es ein paar Treppen hoch und erst dann im hinteren Teil des Raumes entfaltet sich dieser gemütliche Ort so richtig. Ja, ein unscheinbares Plätzchen – auf den ersten Blick. Ein Freund von mir saß an vielen Abenden in diesem Sommer mit Freunden davor. Nach der Arbeit hab ich ihn dort ein paar mal getroffen. Die nachmittägliche Stimmung in dieser Gegend ist so schön – vor allem natürlich im Sommer! Ach, der Sommer, der fehlt einem ohnehin selbst jetzt schon, wo doch der Winter im Grunde noch gar nicht richtig begonnen hat.. Aber auch dieses verbalisierte Gefühl ist ja längst zur Phrase verkommen. Jahr für Jahr schimpfen wir Berliner alle immer und immer wieder darüber. Und hier bleiben – das tun wir trotzdem. Denn wir lieben diese Stadt.

Nochmal zurück Zur Rose: Das ist ein schöner Name, nicht? Und, ganz im Ernst, schön ist es dort wirklich. Alte Familienfotos in kleinen, billigen Rahmen kreuz und quer verteilt über die Innenwände. Kleine Lichter. Vor einer guten Woche erst war ich zum ersten mal dort. Warum? Warum eigentlich? Das verstehe ich selbst nicht so richtig. Denn es ist ein zauberhafter Ort irgendwie. Ein Café wie aus einem tollen Roman, der in Paris spielt; so einer, den man nicht mehr aus den Händen legen möchte, über den man ein wenig trauert, wenn er ausgelesen ist. So ein richtiger Lieblingsort für den Winter! Ich freue mich auf viele gemütliche Stunden mit eben solchen Romanen oder diesen Gesprächen mit Menschen, die einem sehr lieb sind. Das Ganze dann bei heißer Schokolade oder einer der tollen Suppen (ich hatte gestern Kürbiskokossuppe – Wahnsinn!).

Text & Photos by Eugen Braeunig


Anzeige
Exklusiv bei Vodafone - Das Blackberry Storm Allnet Flat